Hohlraumdämmung oder Einblasdämmung? Der Unterschied einfach erklärt
Hohlraumdämmung, Hohlwanddämmung, Kerndämmung, Einblasdämmung – wer sich mit der Dämmung von zweischaligem Mauerwerk beschäftigt, stolpert schnell über viele verschiedene Begriffe, die scheinbar dasselbe meinen. In diesem Beitrag bringen wir Ordnung in die Begriffe und erklären, wie Hohlraumdämmung und Einblasdämmung zusammenhängen, was eine Hohlwanddämmung beim zweischaligen Mauerwerk konkret bedeutet und worauf Sie bei der Wahl des richtigen Verfahrens achten sollten.
Was bedeutet Hohlraumdämmung genau?
Der Begriff Hohlraumdämmung beschreibt allgemein die Dämmung eines vorhandenen Hohlraums in einem Bauteil – egal ob in der Wand, im Dach oder in der Decke. Bei zweischaligem Mauerwerk spricht man oft genauer von Hohlwanddämmung oder Hohlschichtdämmung, weil hier konkret die Luftschicht zwischen der tragenden Innenschale und der vorgesetzten Verblendschale gemeint ist. Die Hohlraumdämmung ist damit der übergeordnete Begriff, die Hohlwanddämmung beim zweischaligen Mauerwerk eine spezielle Anwendung davon.
Was ist Einblasdämmung – und wie hängt sie mit Hohlraumdämmung zusammen?
Einblasdämmung ist die Methode, mit der eine Hohlraumdämmung praktisch umgesetzt wird. Dabei wird loser Dämmstoff – etwa Mineralwolle-Granulat, Zellulose oder EPS-Perlen – über kleine Bohrlöcher mit speziellen Maschinen unter Druck in den Hohlraum eingeblasen. Man kann also sagen: Die Hohlraumdämmung ist das Ziel, die Einblasdämmung ist der Weg dorthin. Bei zweischaligem Mauerwerk ist die Einblasdämmung heute das gängigste und wirtschaftlichste Verfahren, um die Luftschicht nachträglich zu füllen, ohne die Fassade zu öffnen oder ein Gerüst aufzustellen.
Hohlwanddämmung beim zweischaligen Mauerwerk: So funktioniert sie
Zweischaliges Mauerwerk ist typisch für viele Häuser aus den 1950er- bis 1990er-Jahren in Norddeutschland und Ostfriesland. Die äußere Klinker- oder Putzschale steht dabei mit wenigen Zentimetern Abstand vor der inneren, tragenden Wand. Diese Luftschicht wurde ursprünglich als Witterungsschutz konzipiert, hat aber kaum Dämmwirkung. Bei der Hohlwanddämmung wird dieser Zwischenraum über ein Bohrraster in den Fugen der Außenschale mit Dämmstoff verfüllt. Da die Hohlwanddämmung von außen erfolgt, bleibt der Wohnraum während der gesamten Maßnahme nutzbar – ein klarer Vorteil gegenüber einer Innendämmung.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Hohlraumdämmung
- Echtes zweischaliges Mauerwerk mit durchgehender Luftschicht
- Hohlschicht von mindestens etwa 4 bis 5 Zentimetern Breite
- Keine größeren Durchfeuchtungen im Mauerwerk
- Intakte Außenschale ohne größere Risse oder offene Fugen
Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, prüfen wir bei jeder Hohlraumdämmung mit einer Endoskop-Kamera direkt am Gebäude, bevor wir Ihnen ein verbindliches Angebot machen.
Hohlraumdämmung, Hohlwanddämmung oder Kerndämmung – ist das dasselbe?
In der Praxis werden die Begriffe Hohlraumdämmung, Hohlwanddämmung, Hohlschichtdämmung und Kerndämmung beim zweischaligen Mauerwerk weitgehend synonym verwendet. Gemeint ist in jedem Fall die nachträgliche Dämmung der Luftschicht zwischen den beiden Mauerwerksschalen mittels Einblasdämmung. Wichtiger als der gewählte Begriff ist die fachgerechte Ausführung: Nur eine vollständig und gleichmäßig gefüllte Hohlraumdämmung erzielt die gewünschte Dämmwirkung und vermeidet Wärmebrücken oder Kondensationsprobleme.
Vorteile der Hohlraumdämmung per Einblasdämmung
- Geringe Kosten: Deutlich günstiger als eine klassische Fassadendämmung mit Wärmedämmverbundsystem.
- Schnelle Umsetzung: Eine Hohlraumdämmung am Einfamilienhaus ist meist an einem Tag erledigt.
- Kein Gerüst nötig: Die Arbeiten erfolgen über kleine Bohrlöcher, nicht über eine komplette Fassadenöffnung.
- Optisch unauffällig: Nach der Hohlwanddämmung werden die Bohrlöcher farblich angepasst verschlossen.
- Spürbare Energieeinsparung: Eine bisher ungedämmte Luftschicht zählt zu den größten Schwachstellen vieler Bestandsgebäude.
Wann ist Einblasdämmung als Hohlraumdämmung nicht geeignet?
Nicht jedes Mauerwerk eignet sich für eine Hohlraumdämmung per Einblasdämmung. Bei einschaligem Mauerwerk ohne Luftschicht oder bei massiven Bestandsproblemen wie aufsteigender Feuchtigkeit ist die Einblasdämmung nicht die richtige Lösung. In solchen Fällen muss zunächst die Ursache geklärt werden, bevor über eine Dämmmaßnahme nachgedacht wird. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Feuchte Wand: Erst dämmen oder erst Ursache prüfen?
Woran erkennen Sie zweischaliges Mauerwerk an Ihrem eigenen Haus?
Bevor Sie über Hohlraumdämmung oder Einblasdämmung nachdenken, stellt sich für viele Eigentümer zuerst die Frage, ob ihr Haus überhaupt über zweischaliges Mauerwerk verfügt. Ein erstes Indiz liefert das Baujahr: Häuser aus den 1950er- bis 1990er-Jahren in Norddeutschland und Ostfriesland wurden besonders häufig zweischalig errichtet. Ein weiteres Anzeichen ist die Fassadengestaltung – Klinkerfassaden oder verputzte Vorsatzschalen deuten oft auf eine dahinterliegende Luftschicht hin. Auch die Mauerwerksstärke gibt Hinweise: Zweischaliges Mauerwerk ist durch die zusätzliche Schale und Luftschicht meist deutlich dicker als einschaliges Mauerwerk. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt allerdings nur eine fachliche Prüfung vor Ort, bei der wir die Hohlschicht mit einer Endoskop-Kamera direkt sichtbar machen.
Zweischaliges Mauerwerk und Hohlraumdämmung: Auch bei Doppelhaushälften und Reihenhäusern möglich
Hohlraumdämmung per Einblasdämmung ist nicht nur bei freistehenden Einfamilienhäusern sinnvoll, sondern ebenso bei Doppelhaushälften, Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern mit zweischaligem Mauerwerk. Da bei diesen Haustypen oft nur die Vorder- und Rückfassade frei zugänglich sind, lässt sich die Hohlwanddämmung in der Regel sogar besonders zügig umsetzen.
Ist Ihr Mauerwerk für eine Hohlraumdämmung geeignet? Wir prüfen es kostenlos vor Ort und erklären Ihnen Schritt für Schritt, was möglich ist.
Häufige Fragen zur Hohlraumdämmung
Ist Hohlraumdämmung dasselbe wie Einblasdämmung?
Nicht ganz: Hohlraumdämmung beschreibt das Ziel – einen Hohlraum zu dämmen. Einblasdämmung ist das Verfahren, mit dem diese Dämmung in der Praxis umgesetzt wird.
Wie erkenne ich, ob mein Haus zweischaliges Mauerwerk hat?
Häuser mit zweischaligem Mauerwerk wurden meist zwischen den 1950er- und 1990er-Jahren gebaut und haben eine Klinker- oder Putzfassade mit einer dahinterliegenden, nicht sichtbaren Luftschicht. Sicherheit gibt eine Kamerauntersuchung der Hohlschicht.
Was kostet eine Hohlraumdämmung beim zweischaligen Mauerwerk?
Die Kosten hängen von Wandfläche, Breite der Hohlschicht und Dämmstoff ab. Genaue Richtwerte finden Sie in unserem Beitrag Hohlschichtdämmung Kosten.
Kann ich die Hohlraumdämmung auch nachträglich mit einem WDVS kombinieren?
Ja. Viele Eigentümer dämmen ihr zweischaliges Mauerwerk zunächst kostengünstig per Einblasdämmung und entscheiden sich erst später, wenn ohnehin ein neuer Außenputz ansteht, zusätzlich für ein Wärmedämmverbundsystem. Beide Maßnahmen schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich.
Wie lange dauert eine Hohlraumdämmung per Einblasdämmung?
Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit zweischaligem Mauerwerk ist die Hohlraumdämmung in der Regel innerhalb eines Tages abgeschlossen – ohne Gerüst und ohne dass Sie ausziehen müssen.
Ist Hohlraumdämmung bei jedem zweischaligen Mauerwerk gleich teuer?
Nein, die Kosten hängen von der Wandfläche, der Breite der Hohlschicht und der Zugänglichkeit der Fassade ab. Eine verlässliche Einschätzung erhalten Sie erst nach einer kostenlosen Besichtigung Ihres Mauerwerks.
Was passiert, wenn die Hohlschicht nicht durchgehend ist?
Ist die Luftschicht unterbrochen, etwa durch Mauerwerksanker oder bauliche Besonderheiten, kann das die gleichmäßige Verfüllung erschweren. Eine sorgfältige Kameraprüfung vor der Hohlraumdämmung zeigt solche Stellen vorab, sodass die Einblasdämmung entsprechend angepasst werden kann.
Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Beitrag Welche Dämmstoffe gibt es für Einblasdämmung? sowie auf unserer Startseite.