Altbau dämmen: Welche Dämmung ist sinnvoll?

Wer einen Altbau dämmen möchte, steht vor einer besonderen Herausforderung: Historische Bausubstanz, oft unklare Wandaufbauten und der Wunsch, den Charakter des Gebäudes zu erhalten, machen die energetische Sanierung komplexer als beim Neubau. In diesem Beitrag erklären wir, welche Dämmung sinnvoll ist, wenn Sie Ihren Altbau dämmen möchten, wann sich eine Wärmedämmung von innen lohnt und worauf Sie bei den Wänden im Altbau besonders achten sollten.

Warum sich das Dämmen im Altbau besonders lohnt

Viele Altbauten wurden zu einer Zeit errichtet, in der Wärmedämmung praktisch keine Rolle spielte. Entsprechend hoch ist das Einsparpotenzial, wenn Sie Ihren Altbau dämmen: Wände, Dach und Geschossdecke verlieren oft ein Vielfaches der Energie, die ein modern gedämmtes Haus verliert. Gleichzeitig ist beim Altbau dämmen besondere Sorgfalt gefragt, weil falsch ausgeführte Dämmmaßnahmen Feuchteschäden begünstigen können, wenn die Bauphysik des Altbaus nicht berücksichtigt wird.

Welche Bauteile lassen sich im Altbau dämmen?

  • Zweischaliges Mauerwerk: Viele Altbauten ab den 1950er-Jahren besitzen eine Hohlschicht, die sich ideal per Einblasdämmung dämmen lässt.
  • Oberste Geschossdecke und Dachschräge: Häufig ungedämmt und mit verhältnismäßig geringem Aufwand nachträglich zu dämmen.
  • Kellerdecke: Eine gedämmte Kellerdecke reduziert kalte Fußböden im Erdgeschoss spürbar.
  • Außenwände bei einschaligem Mauerwerk: Hier kommt häufig eine Wärmedämmung von innen oder ein WDVS infrage, da keine Hohlschicht vorhanden ist.

Wände im Altbau dämmen: Außen, innen oder Hohlschicht?

Ob Sie die Wände im Altbau am besten von außen, von innen oder über die Hohlschicht dämmen, hängt vom Wandaufbau ab. Besitzt der Altbau zweischaliges Mauerwerk mit Luftschicht, ist die Einblasdämmung die wirtschaftlichste und am wenigsten eingreifende Lösung – die Fassade bleibt dabei optisch praktisch unverändert. Bei einschaligem Mauerwerk ohne Hohlraum bleiben meist nur die Wärmedämmung von außen (WDVS) oder die Wärmedämmung von innen als Optionen.

Wärmedämmung von innen im Altbau: Worauf Sie achten müssen

Eine Wärmedämmung von innen kommt im Altbau vor allem dann zum Einsatz, wenn die Fassade aus denkmalschutzrechtlichen oder gestalterischen Gründen nicht verändert werden darf. Sie erfordert jedoch besondere bauphysikalische Sorgfalt: Wird die Innendämmung falsch ausgeführt, kann sich Feuchtigkeit zwischen Dämmschicht und Außenwand sammeln. Eine fachgerechte Planung mit geeigneten, diffusionsoffenen Materialien ist hier unverzichtbar. Bevor Sie die Wände Ihres Altbaus von innen dämmen, sollte deshalb immer geprüft werden, ob nicht eine Hohlschichtdämmung oder eine andere Außendämmung die bauphysikalisch unkompliziertere Lösung ist.

Energetische Sanierung im Altbau: Mit Einblasdämmung starten

Eine energetische Sanierung muss im Altbau nicht zwingend mit der teuersten Maßnahme beginnen. Wer seinen Altbau dämmen und gleichzeitig wirtschaftlich vorgehen möchte, startet oft am besten mit der Einblasdämmung der Hohlschicht und der obersten Geschossdecke – beides Maßnahmen mit überschaubaren Kosten und spürbarer Wirkung auf die Heizkosten. Erst danach lohnt sich häufig der Blick auf größere Maßnahmen wie Fenstertausch oder Heizungserneuerung, die im Rahmen einer umfassenden energetischen Sanierung sinnvoll ergänzt werden können.

Vor der Dämmung im Altbau: Bestand prüfen

Bevor Sie Ihren Altbau dämmen, sollte der Zustand des Mauerwerks geklärt werden. Besonders wichtig ist die Frage, ob bereits Feuchteschäden vorhanden sind – denn eine Dämmung sollte niemals vorhandene Feuchtigkeitsprobleme überdecken. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Feuchte Wand: Erst dämmen oder erst Ursache prüfen?

Energetische Sanierung im Altbau: Die richtige Reihenfolge der Maßnahmen

Wer einen Altbau dämmen und energetisch sanieren möchte, sollte die Maßnahmen nicht wahllos angehen, sondern in einer sinnvollen Reihenfolge planen. Am Anfang sollte immer die Klärung des Bestands stehen: Zustand des Mauerwerks, vorhandene Feuchtigkeit, Art der Wandkonstruktion. Darauf folgt sinnvollerweise die Dämmung der Gebäudehülle – Hohlschicht, Dach und Kellerdecke –, da diese Maßnahmen das größte Einsparpotenzial bei überschaubaren Kosten bieten. Erst danach lohnt sich häufig der Blick auf Fenster und Heizungstechnik, da eine neue Heizung in einem gut gedämmten Altbau kleiner dimensioniert werden kann und dadurch günstiger ausfällt. Wer seinen Altbau dämmen lässt, bevor er in neue Fenster oder eine neue Heizung investiert, trifft damit häufig die wirtschaftlich sinnvollere Reihenfolge.

Denkmalschutz und Altbau dämmen: Was ist möglich?

Bei denkmalgeschützten oder ortsbildprägenden Altbauten ist eine Veränderung der äußeren Fassade oft nicht oder nur eingeschränkt erlaubt. Auch hier kann es sinnvoll sein, den Altbau zu dämmen, ohne das äußere Erscheinungsbild zu verändern: Verfügt das Gebäude über zweischaliges Mauerwerk, lässt sich die Hohlschicht per Einblasdämmung füllen, ohne die denkmalgeschützte Fassade überhaupt sichtbar zu verändern. Bei einschaligem Mauerwerk ohne Hohlraum bleibt häufig nur die Wärmedämmung von innen als denkmalverträgliche Lösung, die jedoch besonders sorgfältig geplant werden muss, damit keine Feuchteschäden entstehen.

Möchten Sie Ihren Altbau dämmen und wissen, welche Methode für Ihr Haus wirklich sinnvoll ist? Wir beraten Sie kostenlos vor Ort.

Häufige Fragen: Altbau dämmen

Welche Dämmung ist im Altbau am sinnvollsten?

Bei zweischaligem Mauerwerk ist die Einblasdämmung der Hohlschicht meist die wirtschaftlichste und unkomplizierteste Lösung. Bei einschaligem Mauerwerk kommen WDVS oder Innendämmung infrage.

Ist eine Wärmedämmung von innen im Altbau riskant?

Sie ist anspruchsvoller als eine Außendämmung, da Feuchtigkeit fachgerecht abgeführt werden muss. Mit den richtigen Materialien und einer sorgfältigen Planung lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.

Lohnt sich die energetische Sanierung im Altbau finanziell?

Da Altbauten oft besonders viel Energie verlieren, ist das Einsparpotenzial hoch. Schon einzelne Maßnahmen wie die Einblasdämmung können sich über die eingesparten Heizkosten innerhalb weniger Jahre amortisieren.

Muss ich beim Altbau dämmen mit Förderungen rechnen oder verzichten?

Auch im Altbau können Einzelmaßnahmen wie die Einblasdämmung der Hohlschicht oder der obersten Geschossdecke unter bestimmten Voraussetzungen über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bezuschusst werden. Da sich Förderbedingungen ändern können, klären wir das gerne im persönlichen Beratungsgespräch.

Wie viel teurer ist es, den Altbau zu dämmen, statt ungedämmt zu lassen?

Kurzfristig ist jede Dämmmaßnahme eine Investition. Mittel- bis langfristig kehrt sich diese Rechnung jedoch um, da ein ungedämmter Altbau Jahr für Jahr deutlich mehr Heizkosten verursacht als ein gedämmtes Haus. Wer seinen Altbau dämmen lässt, reduziert diese laufenden Kosten dauerhaft.

Wie finde ich heraus, welche Dämmung für meinen Altbau wirklich sinnvoll ist?

Eine verlässliche Einschätzung gibt es nur nach einer Besichtigung vor Ort. Bei der kostenlosen Beratung prüfen wir Wandaufbau, Mauerwerk und mögliche Feuchtestellen Ihres Altbaus und sagen Ihnen ehrlich, ob und wie sich Ihr Altbau dämmen lässt – ohne pauschale Versprechen vorab.

Lesen Sie auch unsere Beiträge Hohlraumdämmung oder Einblasdämmung und Welche Dämmstoffe gibt es für Einblasdämmung?. Alle Leistungen finden Sie auf der Startseite von ThermoKern.

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